Kostenlose Testversion - Ja oder Nein?

Ist die Testphase richtig für euer Produkt?

Über 70% der SaaS-Anbieter stellen ihren Interessenten eine kostenlose Testphase oder einen Freemium-Account zur Verfügung. Heißt das nun, das sollt ihr auch machen?
Hannes mit Verschränkten Armen und Lächelnd.

Hannes Haderer
Webdesigner

10. März 2021

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3 Minuten

Die Testphase

Mit der Testphase eurer Software können sich Kunden ein Bild euer Software machen, den Mehrwert sehen und probieren, ob sie dadurch gewisse Probleme, die sie aktuell haben, lösen können.

Die kostenlose Version eurer Software ist kein Schritt, den jeder Kunde gehen muss. Es ist im Grunde nur eine Lead-Generation, die dir erlaubt, mit euren Kunden in Kontakt zu treten. Es ist eine perfekte Stufe im Funnel, den Interessenten zu einem zahlenden Kunden zu machen. 

Da ein Großteil der Anbieter bereits eine kostenlose Testphase offeriert, erwarten viele Kunden diesen Service. Oftmals ist auch dies ein Ausschlusskriterium. 


Was kann euch eine Testversion bringen? 

Kunden können loyaler werden. Durch die kostenlose Version testen sie bereits alle Funktionen aus, füttern ggf. die Software mit echten Daten und richten sie nach ihren Bedürfnissen ein. Es ist dann einfach, in die Bezahlversion zu gehen, da man bereits alles eingerichtet und Zeit investiert hat. 

Durch das Anmelden für die Testphase bekommt ihr zum Einen die Kontaktdaten eurer Kunden, ihr könnt aber auch wertvolle Informationen abfragen über die Bedürfnisse und Probleme eurer Zielgruppe. 


Ist es sinnvoll? 

Die meisten SaaS-Unternehmen nutzen irgendeine Art einer kostenlosen Testversion/Testphase, doch überlegt, wer eure Kunden sind. Eventuell sind diese gar nicht used to Self-Service Sales. 


Es kommt auch auf den Preis eures Services an. Wenn ihr 2000 € im Monat verlangt, ist es wohl besser, eine Salesforce für den Verkauf eures Produktes zu verwenden. 


Kann sich euer Produkt dann selbst verkaufen? 

Wenn ihr eine hochpreisige oder eine sehr komplexe Software anbietet, wo sich der User eventuell nicht selbst zurechtfindet oder die den Mehrwert nicht offensichtlich vermitteln kann, ist es eventuell keine gute Idee, eine kostenlose Version oder Testphase anzubieten. 


Alternativen

Sollten die oben genannten Punkte auf euren Service zutreffen (hochpreisig, nicht selbsterklärend,..), müsst ihr auf alternative Möglichkeiten wechseln.

Ihr könnt z.B. eine kostenlose Live Demo anbieten. Dort wird den Interessenten anhand von Beispieldaten gezeigt, was man mit der Software machen kann, zudem kann man den Mehrwert noch besser vermitteln. 

Vorteil davon ist natürlich, dass man sich im 1zu1 Gespräch mit dem Kunden befindet  und direkt auf seine Bedürfnisse und seine möglichen Bedenken  eingehen kann. 

Diese Methode ist für hochpreisige SaaS gut geeignet, um Großkunden umfangreich beraten zu können. 


Wenn euch solche Demos zu aufwendig sind, versucht einen Sandbox-Zugang mit Tutorial bereitzustellen. Dort kann sich der Kunde anhand von Dummy-Daten den Mehrwert und die Funktionen der Software selbst anschauen.


Analysieren

Das Wichtigste ist es, die Zahlen im Blick zu haben. Versucht euren gesamten Marketingfunnel zu tracken. 

Wenn ihr das geschafft habt, könnt ihr immer wieder kleine Optimierungen machen, um das beste Ergebnis zu erreichen. 

Wenn ihr die Testversion einführt, heißt es nicht, dass dies in Stein gemeißelt ist. Setzt die Testphase in eine Testphase und schaut, wie sie performt. Versucht laufend zu optimieren. Solltet ihr damit gar keinen Erfolg haben, beendet die Testphase und versucht alternative Wege. Nur weil fast jeder eine Testphase anbietet, muss das nicht für euer Business funktionieren. 


Es wird Zeit, dein Unternehmen auf das nächste Level zu heben.